Choice Overload – Das Problem mit der Auswahl
Wissenschaftlicher Hintergrund
Ergebnisse der Studie
Im Experiment zeigte sich, dass die größere Auswahl an Produkten grundsätzlich zu mehr Kundeninteresse führt, dass aber gleichzeitig auch die Wahrscheinlichkeit eines Kaufabschlusses dabei reduziert wird (diese war signifikant geringer als in der Bedingung mit der geringeren Wahlmöglichkeit an Produkten).
Ökonomie vs. Psychologie
In ökonomischen Theorien wird davon ausgegangen, dass es kein Zuviel an Wahlmöglichkeiten geben kann. Je mehr Auswahl, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Personen jene Produkte finden, die sie suchen. In der Psychologie sieht man genau hier allerdings ein Konfliktpotential. Dieses besteht vor allem dann, wenn die Optionen einander zu ähnlich sind. In diesem Fall tendieren die Personen eben dazu keine Wahl zu treffen, oder die Wahl zu verschieben.
Neuere Studien zeigen interessante Ergebnisse. So hängt der Choice Overload Effekt auch mit dem subjektiven Wissen gegenüber einem Produkt zusammen:
- Personen, die glauben wenig über ein Produkt zu wissen (zB Wein), neigen eher zum Kauf, wenn die Produktauswahl sehr hoch ist.
- Personen, die glauben viel über ein Produkt zu wissen (zB Softdrinks), neigen eher zum Kauf, wenn die Produktauswahl geringer ist.
Für Interessierte hier zwei Artikel:
- Hadar, L., & Sood, S. (2014). When knowledge is demotivating: Subjective knowledge and choice overload. Psychological Science, 25(9), 1739-1747.
- Schwartz, B. (2004). The paradox of choice: Why more is less. New York: Ecco.